Die Paarbeziehung

meint: „aufeinander zugehen“ oder „kann ich mich zeigen, kann ich so sein?“
Ist es das Erste, was wir in einer beginnenden Beziehung tun, dass wir zuerst
unsere! Anteile in den Partner hineinprojizieren? Das ist die Verliebtheitsphase,
vieles läuft im Unbewussten ab. Irgendwann merken wir, dass das nicht zum anderen
gehört und er uns „ent-täuschen“ muss.
Eine hilfreiche Bewegung wäre die umgekehrte: Lieben wir besser etwas aus dem
anderen heraus, eine Qualität oder Eigenschaft, welche zum Partner gehört. So wird
er es uns danken, weil er sich gesehen fühlt.
Wirkt auch die Beziehung zu Vater und Mutter auf unsere Paarbeziehung ein?
Schützen unsere aufgebauten Fassaden vor der Angst sich innerlich zum Vater oder
zur Mutter hinzubewegen und nicht bei ihnen anzukommen? In der innigsten
Zuwendung zum Partner keimt dieser Schmerz bei vielen wieder auf.
Eine Partnerschaft wird gelingen, wenn beide möglichst autonom sind. Nach der
Nähe/ Verschmelzung nimmt jeder Partner wieder seinen Platz ein. Es geht also
auch um die Beziehung zu sich selber als Mann bzw. Frau. Beides, die Nähe und
das Leben des Eigenen sind notwendig für das Gelingen des Lebens und der
Beziehung.
So fließt auch die Liebe zum Kind über den Partner, darum ist die Liebe zum Partner
so wichtig. Wenn das gelebt wird, so steht das Kind nicht im Mittelpunkt, sondern an
zweiter Stelle. In dieser Familienkonstellation ist das Kind entlastet und kann
unbeschwert und glücklich sein. Und umgekehrt? Wer den Partner ablehnt, der lehnt
auch indirekt sein Kind ab.